Oktober 2020 – Digitalisierung – ein Fremdwort für deutschsprachige Philatelisten?

Webseite soll jetzt zumindest in zwei Sprachen erscheinen

Guter Kontakt zum Techniker ist wichtig, falls mal die Website nicht funktioniert.

Vielleicht ist es euch aufgefallen, dass im September keine neuen Artikel auf der Webseite hinzugekommen sind. Dies hatte hauptsächlich zwei Gründe: Zum ersten musste ich die Seite auf einen größeren Server migrieren, da sie inzwischen sehr mächtig ist. Die Migration ging nicht ganz reibungslos. Die kleinen Schwierigkeiten wurden inzwischen aber behoben. Zum zweiten habe ich jetzt die Seite zweisprachig gemacht, d.h. alle zukünftigen Artikel/Beiträge werden auch in Englisch präsentiert. Dies hat auch etwas Arbeit bedeutet. Insbesondere mit der letzten Maßnahme erhoffe ich mir eine gesteigerte internationale Sichtbarkeit, da nach meinen bisherigen Erfahrungen, die deutschsprachigen Philatelisten nur zu einem sehr geringen Teil die Möglichkeiten des Internets nutzen (können).

Corona Viren sind noch überall!

Diese Hypothese wurde weiter durch die Tatsache untermauert, dass das Angebot von virtuellen Seminaren (inkl. unseres eigenen) kaum – bis gar nicht – von österreichischen/deutschen Philatelisten wahrgenommen wird. Schade eigentlich, denn – auch sollte Corona mal Vergangenheit sein – wäre dies eine sehr gute Ergänzung zu den laufenden Vereinsabenden, an denen man sich treffen kann. Stellt euch doch einfach mal vor, ihr werdet (noch) älter, könnt im Winter nicht mehr aus dem Haus, weil ihr Angst habt hinzufallen und euch einen Oberschenkelhalsbruch zuzuziehen…. Wäre es da nicht schön, trotzdem mit den anderen in Kontakt zu bleiben, auch mit seiner philatelistischen Sammlung? Und vielleicht kommt es wegen Corona doch nochmals zu verstärkten Einschränkungen.

Kampf gegen Übergewicht

Wir sollten alle nicht vergessen: die meisten von uns, inkl. mir selbst, gehören nun mal leider zu der Risikogruppe. Und wenn jetzt jemand denkt, das ist alles halb so schlimm….., o.k. soll er/sie es tun, aber hinterher nicht jammern (exponentielles Wachstum ist sehr gefährlich!), und sagen es hätte mehr getan werden müssen……. 

Dies könnte es auch leichter machen, jüngere Philatelisten oder, wie mir gesagt wurde, „kaufkräftige Menschen mittleren Alters“ anzuziehen. Man benutzt ein Medium, das ihnen gerecht wird. Man kann Vorträge halten, die nicht rein philatelistisch sind, sondern auch vertieftes Wissen zu Themen vermitteln, die für sie interessant sein könnten. Das wäre etwas anderes als viele unserer Vereinsabende oder Ausstellungen, die nur auf die Philatelie ausgerichtet sind und zu denen meist nur Menschen im Rentenalter kommen. Warum sollte ein 18-Jähriger dorthin gehen? Was können wir ihm/ihr dort anbieten? Wird er dort seine Freunde vorfinden? Oder berufstätige Eltern, die abends nicht wirklich ausgehen wollen, weil sie zu müde sind. Sie könnten sich aber einen kurzen Vortrag ansehen, im Pyjama kurz vor dem Schlafengehen….Vielleicht können wir durch die Einbeziehung der digitalisierten Welt und ihrer Unverbindlichkeit gerade diesen Gruppen etwas näher kommen.

Vereinsabende sind wichtig

Auf keinen Fall will ich hier einen Abgesang auf unsere Vereinsabende halten, die sind wichtig, machen auch Spaß und man soll nie den persönlichen Kontakt unterschätzen. Aber ich persönlich fände das Nutzen und die Integration der digitalen Welt einen wichtigen Schritt hin

  • zur Vernetzung zwischen den aktiven Philatelisten (auch ausserhalb der lokalen Vernetzung),
  • zur Integration unserer aus gesundheitlichen Gründen „ausgeschlossenen“ Mitglieder,
  • zur Sichtbarmachung seiner Arbeiten für ein breiteres Publikum (online exponate, siehe auch hier, oder unsere ei

    Junge Menschen bei ihren Interessen abholen….

    genen Exponate)

  • zur Ansprache von Nichtphilatelisten: Jüngere, die sich nicht für den Beleg des Monats interessieren, aber gerne unser philatelistisches Puzzle spielen, oder auch durch die Integration von nicht-philatelistische Themen in die Philatelie – heißt: die Leute dort abholen, wo sie stehen…….

Es liegt an uns, wie wir das Beste aus dem derzeitigen und dem philatelistischen Schlamassel herauskommen. Und wir haben Alternativen, eben insbesondere durch die Digitalisierung.

… und kann es Neueinsteigern erklären.

Früh übt sich, wer ein Meister werden will…..

Aber ich bekomme das Gefühl, dass die philatelistische deutschsprachige Gemeinschaft in dieser Beziehung von der Welt überrollt wird. Man schaut immer neidisch auf die aktiven philatelistischen Gemeinden in Übersee. Aber hey Leute, da wird auch die Digitalisierung mehr genutzt. Schaut euch mal deren virtuellen Angebote an. Da kann es einem schwindelig werden. Aber bzgl. fehlender Digitalisierung sind wir ja nicht alleine, man schaue sich nur die Schulen an. Wenn die Kinder es nicht lernen können, dann können sie es auch Oma und Opa nicht beibringen. Aber wenn natürlich „nicht an jeder Milchkanne schnelles Internet gebraucht wird“ (Aussage der „sehr fähigen“ deutschen Forschungsministerin) müssen wir uns nicht wundern.

In anderen Ländern ist Digitalisierung bereits auf philatelistischen Belegen angekommen.

Schade eigentlich, mit der Digitalisierung hätte man einen der vielen Wege in die philatelistische Zukunft, und keiner beschreitet ihn! Ich habe praktisch aus Deutschland und Österreich nichts philatelistisches zum Thema der Digitalisierung gefunden. Auch wenn es doch so einfach wäre….. belegt durch ein Zitat eines Zuhörers unseres letzten virtuellen Seminars, der sich auch im Rentenalter befindet …..

Es war das erste Mal, dass ich ‚gezoomt‘ habe, und es war nicht … schlimm.“

Und……,  wir würden helfen, wo wir können. Also liebe Mitphilatelisten, keine Angst vor der Zukunft und dem Computer……. Die Zukunft hat schon längst begonnen. In anderen Ländern auf jeden Fall……