Im Folgenden stelle ich Ihnen die neuen Briefmarken vor, die im September 2025 von der Liechtensteinischen Post herausgegeben wurden. Neben einer Vorstellung der Marken und ihrer Ausgabeanlässe finden Sie hier auch weitere interessante Details zu den Themen der einzelnen Briefmarken. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Philatelie und entdecken Sie die Geschichten hinter diesen besonderen Ausgaben. Und dieses Mal findet sich mein persönlicher Favorit der Septemberausgabe gleich zu Beginn – auch wenn ich mich im Grunde nicht wirklich zwischen den ersten beiden Ausgaben entscheiden konnte.
Dove of Peace – Ein internationales Symbol auf Stoff
Frieden gehört zu den tiefsten Sehnsüchten der Menschheit – im persönlichen Umfeld, in unseren Gemeinschaften und in der Welt. Um diesen Wert zu feiern und sichtbar zu machen, gibt das Fürstentum Liechtenstein die Sondermarke „Dove of Peace“ (CHF 5.80) heraus. Die philatelistische Besonderheit: Es handelt sich um eine gestickte Marke, gefertigt vom Stickerei-Spezialisten Hämmerle & Vogel in Österreich. Damit vereint die Ausgabe ein altes Handwerk mit moderner Präzisionstechnologie. Die reliefartige Oberfläche, die feine Fadenstruktur und die leuchtende Optik machen jede Marke zu einem einzigartigen Sammlerstück. Solche Stickmarken sind weltweit äußerst selten und zählen zu den charakteristischen Highlights der Liechtensteiner Philatelie.
Die Ausgabe ist Teil eines internationalen Gemeinschaftsprojekts, getragen von den Postverwaltungen Liechtensteins, Österreichs, der Schweiz, Luxemburgs, der Slowakei, Sloweniens, den Vereinten Nationen und dem Weltpostverein (UPU). Die gestickte Friedenstaube wird damit zu einem Zeichen der internationalen Zusammenarbeit – und zu einem sichtbaren Bekenntnis zu Dialog, Hoffnung und Zusammenhalt. Der Stempel mit Herz hat einen Durchmesser von 32 mm und wurde von Armin Hopp aus Rugell gestaltet.
Zur Feier des Ersttags wird am 18. September 2025 ein „Dove of Peace“-Event im Vaduzer Stadion beginnend um 17:45 veranstaltet. Nach der Eröffnungsfeier wird ein Unified-Plauschturnier – ein inklusives Fußballturnier, bei dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam in gemischten Teams spielen, abgehalten. Hier stehen Spaß, Fairplay und Miteinander im Mittelpunkt, nicht der sportliche Ehrgeiz. Im Anschluss kann man sich bei einem geselligen Beisammensein im Stadionrestaurant zusammenfinden. Neben der internationalen Botschaft stehen hier auch lokale Partnerschaften im Mittelpunkt: Gemeinsam mit mehreren Organisationen aus Liechtenstein wird die Botschaft des Friedens erlebbar gemacht.
Mit dieser Ausgabe und dem begleitenden Event wird deutlich: Eine Briefmarke kann mehr sein als ein Sammlerstück. Sie ist ein Symbol im Kleinen, das eine große Botschaft trägt – die Erinnerung daran, dass Frieden immer wieder neu geschaffen und gepflegt werden muss.
Details zur Briefmarke:
- Taxwert/Motiv
- CHF 5.80 Frieden
- Markenformat 55 x 42 mm
- Entwurf Iris Hämmerle, Lustenau
- Produktion Stickerei in weiss und blau von
- Hämmerle & Vogel, GmbH & Co KG, Lustenau
Internationales Jahr der Quantenwissenschaft
Die Vereinten Nationen haben 2025 zum International Year of Quantum Science and Technology erklärt. Damit wird das hundertjährige Jubiläum der Quantenmechanik gefeiert – einer Theorie, die unser Verständnis der Naturgesetze seit 1925 grundlegend verändert hat. Bereits in der „Marke des Monats Juni 2025“ wurde hier die deutsche Sondermarke zu diesem Thema vorgestellt. Mit ihrer eigenen Serie geht die Liechtensteinische Post einen Schritt weiter: Drei Sondermarken, gestaltet von Isabella Hutter (Diepoldsau), greifen die zentralen Konzepte der Quantenphysik, die Superposition, den Beobachtereffekt und die Verschränkung auf – und machen sie in klarer Bildsprache sichtbar.
Die Marke „Superposition“ (CHF 1.20) übersetzt das Prinzip der Überlagerung von Zuständen in ein visuelles Spiel aus überlagerten Pfeilen und kreisförmigen Bahnen. Das Motiv deutet an, dass ein Quantensystem mehrere Möglichkeiten gleichzeitig offenhält. Erst eine Messung bringt Klarheit und „zwingt“ das System, sich für einen Zustand zu entscheiden. Die grafische Darstellung, die Bewegung und Statik zugleich in sich trägt, veranschaulicht die Schwebe zwischen Möglichkeit und Realität.
Der „Beobachtereffekt“ (CHF 1.90) thematisiert das Paradox, dass allein der Akt des Beobachtens das Ergebnis eines Experiments verändert. Auf der Marke erscheinen geschlossene Augenlider – ein Symbol für den unbestimmten Zustand, solange nicht hingesehen wird. Erst wenn das Auge sich öffnet, entsteht Realität. Mit dieser minimalistischen Bildsprache wird die zentrale Rolle der Wahrnehmung in der Quantenphysik eindrucksvoll inszeniert.
Die dritte Marke, „Verschränkung“ (CHF 2.50), greift das faszinierende Phänomen auf, dass zwei Teilchen unabhängig von räumlicher Distanz untrennbar verbunden bleiben. Zwei Kreise mit identischen Symbolen, verbunden durch eine geschwungene, fast bandartige Linie, machen diese geheimnisvolle „Fernwirkung“ sichtbar. Schon Albert Einstein beschäftigte sich mit diesem Phänomen und bezeichnete es als „spukhafte Fernwirkung“ – ein Begriff, der bis heute die besondere Faszination dieser Quanten-Eigenschaft unterstreicht.
Jede Marke erscheint auch auf einem Bogen mit zwölf Exemplaren, wobei die Bogenränder zusätzliche grafische Elemente und Erläuterungen enthalten. Damit werden die Blätter zu kleinen Themenwelten, die über die reine Briefmarke hinausgehen und die physikalischen Konzepte anschaulich vertiefen. Der passende Sonderstempel hat einen Durchmesser von 30 mm und wurde ebenfalls von Isabella Hutter gestaltet. Die Serie zeigt, wie Philatelie Wissenschaft greifbar machen kann: In klaren Formen und reduzierten Symbolen werden abstrakte Ideen sichtbar – und die Faszination der Quantenwelt auf ein kleines, sammelbares Format gebracht.
Details zu den Marken: 
- Taxwert/Motiv:
- CHF 1.20 Superposition
- CHF 1.90 Beobachtereffekt
- CHF 2.50 Verschränkung
- Markenformat: 40 x 30 mm

- Zähnung: 13 x 13 ¼
- Blattformat: 208 x 146 mm
- Entwurf: Isabella Hutter, Diepoldsau
- Druck: Offset 4-farbig CMYK
- Druckerei: Cartor Security Printing, Meaucé la Loupe
- Papier: PVA 110 g/m², gummiert
Schätze aus den Fürstlichen Sammlungen IV
Drei Aquarelle von Thomas Ender (1793–1875) bereichern die Fortsetzung der Serie über die Schätze aus den Fürstlichen Sammlungen. Sie zeigen Burgen und Ruinen, die in enger Beziehung zum Haus Liechtenstein stehen – jede mit eigenem Charakter, eigener Geschichte und symbolischer Bedeutung.
Die „Ruine Liechtenstein“ (Wertstufe CHF 1.00) verweist auf die Stammburg des Fürstenhauses, erbaut um 1130 am Rande des Wienerwaldes. Über Jahrhunderte diente sie als wehrhafte Anlage, bis sie 1683 während der Zweiten Türkenbelagerung Wiens zerstört wurde. 1808 erwarb das Haus die Ruine zurück und ließ sie umfassend restaurieren. Anders als die anderen Burgen steht Liechtenstein damit für das Prinzip der Erneuerung: aus der Zerstörung hervorgegangen, wurde sie bewusst als Erinnerungsort wiederaufgebaut und ist bis heute ein kulturelles Aushängeschild der Familie.
Die „Ruine Johannstein“ (Wertstufe CHF 1.20) erhebt sich nahe Sparbach in Niederösterreich auf rund 450 Metern Höhe. Wahrscheinlich im 12. Jahrhundert errichtet, verfiel sie im Laufe der Zeit und wurde im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Motiv der Romantik. Seit 1809 im Besitz der Familie Liechtenstein, liegt Johannstein heute malerisch im Naturdenkmal Sparbach, Österreichs ältestem Naturpark. Im Gegensatz zur Stammburg blieb Johannstein Ruine – und gerade dieser ruinöse Zustand verleiht ihr einen besonderen Reiz, als Sinnbild für Vergänglichkeit und den romantischen Blick auf die Vergangenheit.
Die „Ruine Rabenstein“ (Wertstufe CHF 1.90) zählt zu den höchstgelegenen Burgen Tirols. Auf 1 410 Metern thront sie über der Osttiroler Gemeinde Virgen. Vermutlich im Hochmittelalter zur Sicherung von Handelswegen errichtet, verfiel sie bereits im 15. Jahrhundert. Ihre hochalpine Lage unterscheidet sie deutlich von den beiden anderen Burgen: Rabenstein ist nicht nur historisches Relikt, sondern auch Teil einer spektakulären Berglandschaft. Heute ist sie ein markantes Wahrzeichen und beliebtes Ziel für Wanderer mit eindrucksvollem Blick ins Tal.
D
ie drei Motive zeigen nicht nur unterschiedliche Facetten derselben Tradition, sondern wurden auch philatelistisch besonders aufwändig umgesetzt. Eine feine Goldfolienprägung verleiht den Marken zusätzliche Strahlkraft und unterstreicht ihre Wertigkeit. Der 29 mm große Sonderstempel, entworfen von Silvia Ruppen, Mauren, ergänzt die Ausgabe durch eine elegante grafische Note. 
Details zu den Marken:
- Taxwert/Motiv CHF
- 1.00 CHF Ruine Liechtenstein
- 1.20 CHF Ruine Johannstein
- 1.90 CHF Ruine Rabenstein

- Markenformat: 41.667 x 40 mm
- Zähnung: 12 ¼ x 12 ¼
- Blatt: 146 x 208 mm mit jeweils 9 Marken
- Entwurf: Silvia Ruppen, Mauren
- Druck: Offset 4-farbig CMYK + Goldfolienprägung
- Druckerei: Gutenberg AG, Schaan
- Papier: Briefmarkenpapier FSC 110 g/m², gummiert

Die Marke zu CHF 1.00 zeigt das Vaduzer Mitteldorf, eines der ältesten Siedlungsgebiete der Hauptstadt. Seine Ursprünge reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück – hier steht ein um 1410 errichtetes Bauernhaus, das als eines der ältesten des Landes gilt. Das Mitteldorf bildet mit seinen Gebäuden ein eindrucksvolles Ensemble ländlicher Baukunst, geprägt von handwerklicher Tradition und schlichter Schönheit. Bis heute gehören zu diesem Kern auch geschützte Weinberge mit ihren charakteristischen Mauern und Bildstöcken, den «Kappile». Auf der Marke spiegelt sich dieser besondere Ort als Symbol für Beständigkeit und kulturelle Verwurzelung.
Die zweite Marke, mit dem Wert CHF 1.20, zeigt das Schädlerhaus an der St. Florinsgasse. Das klassizistische Gebäude wurde 1872/73 errichtet und besticht durch seine klare, elegante Form mit zwei rechtwinklig verbundenen Baukörpern. Schon bald wurde es zur Wirkungsstätte des Arztes Rudolf Schädler (1845–1930), der hier die Menschen von Vaduz und dem Oberland medizinisch betreute. Heute beherbergt das Haus das Liechtensteiner Zivilstandsamt – und ist damit zu einem Ort geworden, an dem unzählige Lebenswege durch Eheschließungen ihren offiziellen Anfang nehmen. Die Marke würdigt dieses Gebäude als Schauplatz gelebter Geschichte und persönlicher Schicksale.
Beide Sondermarken zeichnen sich durch eine detailreiche Ausführung aus, die Architektur, Geschichte und Gemeinschaft in eindrucksvoller Weise miteinander verbindet. Ihre sorgfältige Gestaltung verleiht ihnen nicht nur hohen Sammlerwert, sondern auch emotionale Strahlkraft: Sie machen sichtbar, wie eng Vergangenheit und Gegenwart in Liechtenstein verwoben sind. Produziert wurden die Marken im Offsetdruck mit mehrstufiger Hochprägung, wodurch die Motive besondere Tiefe und Haptik erhalten. Abgerundet wird die Ausgabe durch einen 32 mm großen Sonderstempel, entworfen von Karin Beck-Söllner aus Planken.
