Juli 2025 – Surfen auf Briefmarken

Pünktlich zum Sommer, wenn Strände voll sind und Surfbretter das Bild prägen, brachte Spanien eine besondere Ausgabe heraus. Die neue 3-Euro-Briefmarke zeigt die baskische Surferin Nadia Erostarbe bei einem spektakulären Backside-Off-the-Lip-Move (hierbei  fährt die Surferin mit dem Rücken zur Welle bis zur Spitze und lenkt das Brett scharf über die Wellenkante – vergleichbar mit einem Skateboarder an der Rampenkante). Erhältlich ist die Ausgabe sowohl in Bögen als auch in einem Kleinbogen mit fünf Exemplaren. Auf dem Bogenrand sind die „Regeln des Surfens“ abgebildet – kleine Hinweise wie „keinen Abfall am Strand hinterlassen“ oder die „Vorfahrtsregeln“ im Line-up beachten.surfing Damit verbindet die Ausgabe sportliche Würdigung mit einem Appell an Verantwortung und Fairness.

surfingSurfen ist keine Modeerscheinung der Gegenwart, sondern ein uralter Kult. Seine Wurzeln liegen in den polynesischen Kulturen, allen voran auf Hawaii, wo Könige und Krieger die Wellen ritten – Ausdruck von Macht, Spiritualität und sozialem Rang.

surfingIm 20. Jahrhundert schwappte die Tradition über die Ozeane, wurde Teil der Jugendkultur und entwickelte sich schließlich zum internationalen Leistungssport. Spätestens seit Tokio 2020, als Surfen olympische Premiere feierte, ist die Disziplin endgültig im Weltsport angekommen. In Paris 2024 stand sie erneut auf dem Programm, und für Los Angeles 2028 ist Surfen bereits festgesetzt. Bewertet werden Schwierigkeit, Innovation, Flüssigkeit und Kontrolle – ein Wettkampf gegen die unberechenbaren Kräfte des Meeres.

surfingEin Gesicht dieser Entwicklung ist Nadia Erostarbe. Aufgewachsen im baskischen Zarautz, lernte sie früh, den Rhythmus des Atlantiks zu lesen und ihren eigenen Stil zu entwickeln. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 holte sie für Spanien einen bemerkenswerten fünften Platz – das erste olympische „Surfdiplom“ des Landes. Ihre Teamkollegen Janire González-Etxabarri und Andy Criere belegten Platz 17. Die Marke erzählt so nicht nur die Geschichte einer jungen Athletin, sondern auch den Aufstieg des Surfens in Spanien. So steht sie in der Tradition von  Duke Kahanamoku, dem hawaiianischen Olympiaschwimmer und „Vater des modernen Surfens“. 2002 ehrten ihn die USA mit einer eigenen Marke – ein philatelistischer Meilenstein für Sport- und Motivsammler gleichermaßen.

Doch Spanien ist keineswegs allein: Surfen hat in der Philatelie längst einen festen Platz. Laut einer Übersicht der American Topical Association haben mehr als 30 Postverwaltungen Surf-Marken herausgegeben. Im Colnect-Katalog finden sich rund 290 Einträge unter „Surfing“, wobei auch Windsurfen berücksichtigt ist.

surfing surfingDen Auftakt machte Französisch-Polynesien 1971 mit der ersten Briefmarke, die einen Surfer zeigte. Weitere farbenfrohe Ausgaben folgten, etwa 2007 mit drei bunten Surfbrettern. Auch Australien griff das Thema früh auf. 197/ erschien dort die legendäre „Surfing Santa“-Weihnachtsmarke, die den Weihnachtsmann mit Board und Sonnenbrille zeigte. surfingFür viele war sie ein sympathischer Gruß aus Down Under, für andere ein Sakrileg – man warf der Post vor, eine christliche Symbolfigur  ins Lächerliche zu ziehen (Was am Weihnachtsmann christlich ist, darüber lässt sich trefflich diskutieren – der Hl. Nikolaus ja, aber der Weihnachtsmann?). Trotz aller Kritik wurde die Marke ein Erfolg und war laut Australia Post Collectables eine von „Australia’s most controversial stamp“.

Von Jersey über Irland, Taiwan, Israel bis nach Peru – rund um den Globus taucht das Surfen auf Briefmarken auf. Gemeinsam bilden sie eine farbenfrohe Sammlung, die mehr ist als nur Papier: Sie erzählt vom kulturellen Erbe, von olympischen Träumen und von der Sehnsucht nach Freiheit, eingefangen auf wenigen Quadratzentimetern. Klein im Format, groß in der Aussage – so lässt sich auch die neue spanische Ausgabe beschreiben: eine Marke, die eine Sportlerin ehrt, eine Botschaft vermittelt und das Surfen als Teil der philatelistischen Weltgeschichte fest verankert.

surfingsurfingsurfing

Details zur Briefmarke des Monatssurfing

  • Thema: Surfen in Spanien
  • Land: Spanien
  • Ausgabetag: 28. Juli 2025
  • Größe: 41 x 29 mm
  • Farben: Mehrfarbig
  • Druckerei: Fábrica Nacional de Moneda y Timbre – Real Casa de la Moneda (RCM-FNMT)
  • Format: Sondermarke
  • Zähnung: 13¾ x 13¼surfing
  • Druckverfahren: Offsetlithografie
  • Nennwert: 3 € (Euro)
  • Auflage: 85.000 Exemplare
  • Beschreibung: Herausgegeben sowohl in vollständigen Bögen zu 25 Marken als auch in Kleinbogen zu fünf Marken.